Auf der Suche nach dem Edelweiss

Home of Trails Filmsequenz Still Edelweiss Engadin

«Ich bin nur ein blöder Mountainbiker» sagt Claudio Caluori frei übersetzt zu Danny MacAskill im Film «Home of Trails». Im Mittelpunkt der Aussage: Das Edelweiss, genauer, das Alpen-Edelweiss, zu welchem dem Bündner Claudio die Worte fehlen, es dem Schotten zu erklären. Herbert hat sich aufgemacht, das Edelweiss zu suchen und zu ergründen. Sein Basislager für die Expedition ist die All In One Hotel Inn Lodge in Celerina.

Herbert ist mit Claudio nicht ganz einig. Nein, wir Mountainbiker sind nicht blöd, falls er das tatsächlich so gemeint hatte. Umgekehrt, das Alpen-Edelweiss ist nicht zu unterschätzen, in all seinen Eigenschaften, in der Tat kein simples Pflänzchen. Dem Leontopodium alpinum werden Heilkräfte bei Bauchschmerzen nachgesagt und dank den vielen Antioxidanzien wird es in der Kosmetik zum UV-Schutz und Anti-Aging geschätzt, zu finden auch verarbeitet in vielen Nahrungsmitteln (inklusive Bier). Und wer weiss, vielleicht entwickelt sich das Edelweiss demnächst zum nächsten Super Food und verdrängt die aus ökologischer Sicht teils in Kritik geratenen Açaí-Beeren und Chiasamen aus den Verkaufsregalen.

Edelweiss-Superfrühstück

So stärkt sich Herbert vor seiner Edelweiss-Expedition in der Inn Lodge erst einmal mit dem täglich frischen, hausgemachten Birchermüesli, das es mit seinen vielen Schweizer Zutaten locker mit von fern importiertem Super Food aufnehmen kann, zusammen mit dem vollwertigen Kartoffel-, Mais- oder Schwarzbrot. Inmitten des morgendlichen Schlemmens kommt man ins Sinnieren. Vor Herbert läge zwar das Trailbook der «Home of Trails Engadin»-Touren, doch die spassigen Flowtrails sind in den Hintergrund gerückt, denn zu der mysteriösen Pflanze gerät man leicht ins Grübeln. 

Edelweiss der Hit

So hat es das Edelweiss zum Beispiel als Filmstar und Darsteller in zahlreiche Bücher, Hollywood-Verfilmungen und Songs gebracht. Zugegeben, nicht alle Rollen waren von überragender künstlerischer Qualität. Wer in den 80ern der Hitparade lauschte, erinnert sich vielleicht an das Electro Pop One-Hit-Wonder «Bring Me Edelweiss» von der gleichnamigen Band, mit immerhin knapp 420'000 Views seit es Youtube überhaupt gibt. Deutlich mehr bringt eine 60er Jahre Kinofilm-Schnulze «Edelweiss», die in zwei Versionen auf Youtube je über 5.5 Millionen Mal gesehen wurde. Da schaffen Danny und Claudio mit «Home of Trails» noch nicht mal die Hälfte von einem davon. Aber die beiden haben ja noch 50 Jahre Zeit, zum Evergreen zu werden.

Pflanze der Liebenden und der Bergsteiger

Nun kriegt Herbert den üblen Ohrwurm «Bring me Edelweiss» nicht mehr aus dem Kopf, also raus aus dem grossen Bike-Keller an die weite frische Luft. Die Bahn ist von der Inn Lodge keine fünf Minuten entfernt und schon geht’s rauf, praktischerweise ist ab der zweiten gebuchten Nacht in der Inn Lodge der Bergbahntransport inklusive Bike mit drin. Bei der Fahrt hoch und mit der Aussicht über die traumhaften Engadiner Seen sinniert es weiter mit Herbert und es wird romantisch: Es heisst, dass der eigentliche Boom des Edelweiss durch den österreichischen Kaiser Franz Joseph I ausgelöst wurde, der seiner geliebten Sissi nicht mit ein paar Rosen seine Liebe bezeugte, nein, mit einem Edelweiss. Die botanisch-historische Schlüsselszene mag sich irgendwo in den Alpen abgespielt haben, doch nirgends würde sie besser passen als in die seit Jahrhunderten von Philosophen und Dichtern verehrten und umschwärmten Engadiner Landschaft.

Nun aber raus aus der Bahn, die Suche nach der Wunderpflanze möge beginnen. Im «Home of Trails» Trailbook sind die Spots aus dem Film praktischerweise eingezeichnet, doch wie findet man die Mountainbike-historische Schlüsselszene aus dem «Home of Trails» Film? Herbert macht sich auf den Weg, der Trail ist zwar jüngeren Datums als Sissi und noch immer jünger als «Bring me Edelweiss», aber so fatal gut flowig gebaut, dass für einmal das Edelweiss wie weggewischt ist. Flugs ist man unten und das Edelweiss ist wieder im Kopf, also nochmals hoch. 

Edelweiss für Helden

Mit dem aufkommenden Bergtourismus am Ende des 19. Jahrhunderts wurde das Edelweiss zunächst zum Abzeichen und Symbol der Alpinisten und Bergsteiger. Bald wurde die Symbolik weiter überhöht und die einstige Liebesbezeugung des österreichischen Kaisers wurde in der Österreichisch-Ungarischen Armee zum Sinnbild der von Soldaten geforderten Tugenden wie «Ausdauer, Gewandtheit und Schneid». In Schweizer Verbänden blieb es als Rangabzeichen den höchsten Stabsoffizieren bis hin zum General vorbehalten. Soviel kriegerisches Heldentum ist Herbert dann doch zu viel und er nimmt lieber nochmals die Bahn hoch. Auf der «Corviglia Grand Tour» im Trailbook geht es nun erst weiter steil einen Pfad hoch nach Trais Fluors. In der skurrilen Mondlandschaft oben sucht man das Edelweiss aber vergeblich. Es ist eine Mär, dass die Pflanze nur in steilen, unzulänglichen Felsen gedeihen würde. Vielmehr hat sie nur dort überlebt, als die üblichen Standorte durch Prä-Instagram Massentouristen leer gepflückt und die Blume fast ausgerottet wurde. Heute ist das Edelweiss dank Naturschutz wieder weiter verbreitet und tatsächlich, auf dem letzten Trail des Tages findet Herbert weiter unten, auf der Alpenwiese, endlich sein Edelweiss, fotografiert es und lässt es weiter gedeihen.

Edelweiss feiern

Zurück in der Inn Lodge will die erfolgreiche Mission gefeiert werden. An der Bistro.Lounge.Bar gönnt sich Herbert sein Bier. Kleine Snacks gibt es auch und heute hat Herbert besonders Glück – es tritt eine Liveband auf. So lässt sich der Tag bei guter Musik ausklingen. ...Zum Glück spielt die Gruppe keinen 80er Electro Pop.
Beim Bezahlen fallen noch zwei weitere Dinge auf. Erstens, die Inn Lodge ist wirklich günstig, schlicht eingerichtet, urban stylish aber hat all das, was Herbert und sein Mountainbike wirklich brauchen: vom geräumigen Studio mit Küche bis zum Mehrbettzimmer in verschiedenen Varianten. Zweitens, typisch helvetisch, natürlich ist das Edelweiss auch auf dem Schweizer Geld. Man muss schon etwas genauer hinschauen, aber auf dem Fünfliber rankt sich die Wunderpflanze links und rechts des Schweizer Wappens. Eine grössere Ehrbekundung in der Banken-Schweiz ist für eine Pflanze fast nicht möglich. Schlicht, einfach aber gut – und mit dem Fünffrankenstück nicht übertrieben.

Links:
Das «Home of Trails Engadin» Package bei Herbert mit Hotelübernachtung, GPS-Daten und Trailbooks
Zur All In One Hotel Inn Lodge bei Herbert

Der 80er Electro Pop Hit (Warnung, schreckliche Bilder und Geräusche, kriegt man nicht mehr aus dem Kopf) «Bring me Edelweiss» von Edelweiss
Das Schnulzelied «Edelweiss» aus dem Film «The Sound of Music» (man beachte die aufmerksam zuhörenden Kinderlein aus der prä-digitalen Epoche)
Der «Home of Trails» Film mit Claudio Caluori und Danny MacAskill
Film-Zitat: Claudio: «Look, I saw an Edelweiss». Danny: «what’s an Adlwais?»  «It’s an orchid» meint Claudio, «you can google that, I’m just a dumb mountainbiker».
 

 

 

Links:

Deine eigenen, epischen Trails: Swiss Epic Route 

Das graubündenBIKE-Hotel zur Swiss Epic Route im Etappenort Engadin: All In One Hotel Inn Lodge

Die Impressionen zum Swiss Epic Wettkampf 2019:
Schlussetappe von Lenzerheide – Davos 
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