Aus alt mach neu: Valposchiavo setzt auf Trail-Recycling

Neue Bike-Trails braucht das Land. Doch ganz so einfach ist die Schaffung neuer Infrastruktur nicht. Im Valposchiavo hat man eine Lösung gefunden, neue Trails zu realisieren ohne neue zu bauen. Nach Absprache mit Forst und Jagd werden alte Pfade wieder zum Leben erweckt. Ein Modell, dass auch in anderen Regionen funktionieren würde.

Der Mountainbike-Sport boomt und der Ruf nach Biketrails ist so laut wie noch nie zuvor. Nur, so schnell folgen die Antworten nicht auf die Rufe nach neuer Infrastruktur, bis die Bewilligungen für Neubauten durch die Amtsmühlen gedreht sind. Dass es aber nicht immer Neubauten sein müssen, zeigt das Valposchiavo. Obwohl das beschauliche Bergtal über erstklassige Singletrails verfügt, kamen in den vergangenen vier Jahren acht «neue» Bike Trails dazu, freigelegt von den Camp-Teilnehmern der alljährlich stattfindenden «Trail Care Week».

Recycling nach Absprache

Das Modell nennt sich simpel «Trail Recycling». Es bedeutet, dass alte Wege, die seit vielen Jahren, sogar Jahrzehnten stillliegen, im Rahmen der «Trail Care Week» wieder freigelegt und etwas optimiert werden. Im Valposchiavo sind das historische Pfade, die einst dazu dienten, das Heu von den Anhöhen mit einer Art Holzschlitten ins Tal zu führen.

Mit diesem Trail-Recycling schufen die Camp-Teilnehmer auch Mitte Mai 2022 frische Bike-Infrastruktur auf dem Gemeindegebiet von Poschiavo, ohne dass neue Trails gebaut werden mussten. Bei diesen Sanierungsaktionen werden Forst und Jagd stets miteinbezogen. So schaue man gemeinsam, welche Wege wieder instandgesetzt werden dürfen.

Nicht nur im Valposchiavo möglich

Das Trail Recycling wie es im Valposchiavo gemacht wird, funktioniert theoretisch auch anderswo. Vielerorts gibt es Wege, die nicht mehr unterhalten werden, man aber mit wenig Aufwand und schonenden Eingriffen wieder als Bike Trails herrichten könnte.

Doch sollte man das keinesfalls ungefragt tun, da gewisse Wege aus Gründen des Natur- oder Wildschutz nicht mehr unterhalten werden. Deshalb ist die Nachfrage bei Forst und Jagd äusserst ratsam. Das Beispiel von Valposchiavo zeigt aber auch, dass Förster und Jäger nicht kategorisch gegen das Mountainbiken sind, sondern um eine offene Kommunikation untereinander froh sind.

valposchiavo.ch
map.ride.ch

 

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