Chur sagt ja zur neuen Brambrüeschbahn

Bergbahnen Brambrüesch Alpenbike Park Chur untere Sektion

Des jahrelangen Streits vorerst letzter Streich: Die Stadt Chur finanziert den Neubau der Bahn auf ihren Hausbeg Brambrüesch mit 24.4 Millionen Franken. Das haben die Abstimmenden der Stadt am 19. Mai entschieden. Aus den zwei Sektionen der Bahn wird eine durchgehende. Künftigt gelangen Skifahrer, Biker, Wanderer und wer sonst noch hinauf will ohne Umsteigen auf den Brambrüesch.

Seit vielen Jahren wird in Chur diskutiert, gestritten und polemisert, was aus der Seilbahn auf den Churer Hausberg Brambrüesch werden soll. Diese fährt nur dank grosszügiger Subvention durch die Stadt. Zudem ist die obere Sektion der Bahn bald ein halbes Jahrhundert in Betrieb und muss dringend erneuert werden. Das Projekt «uffa!» sieht vor, die zwei Sektionen zu einer einzigen zu vereinen, sodass man ohne umzusteigen die rund 1000 Höhenmeter zurücklegen kann. Auf 24.4 Millionen Franken sind die Kosten veranschlagt, ein Betrag, den die Chur Bergbahnen nicht selber stemmen können. Die Vorlage, welche die Churer Stimmbevölkerung am 19. Mai mit 55% Ja-Stimmen angenommen hat, sieht vor, dass die Stadt die Investition (also die 24.4 Millionen Franken) übernimmt und über die nächsten 33 Jahre abschreibt. Aktuell bezahlt die Stadt unter anderem die Zinsen für Fremdkapital, das Chur Bergbahnen aufnehmen, um den Betrieb aufrecht erhalten zu können. Diese Zinsen (jährlich 175000 Franken) fallen weg, sobald die neue Brambrüeschbahn die ersten Passagiere befördert. In der neuen Mittelstation ist ein Panoramarestaurant geplant, das für weitere Gäste und Umsatz sorgen soll. Ein gutes Zeichen ist, dass schon in den letzten Jahren die Besucherzahlen angestiegen sind, von jährlich 92000 auf 113000. Bei jährlich 140000 Besuchern fünf Jahre nach Eröffnung seien die Kosten gedeckt, heisst es von Chur Bergbahnen.

Ein Rennen gegen die Zeit

Die Verantwortlichen der Brambrüeschbahn müssen nun ein konkretes Projekt ausarbeiten. Spätestens 2029 muss die neue Bahn in Betrieb gehen, sonst verfällt der Investitionsbeitrag Churs. «Die Stimmberechtigten haben uns erlaubt, an den Start zu gehen. Das Rennen beginnt jetzt erst.» beschreibt Reto Küng, Verwaltungsrat der Bergbahnen Chur die Situation. Der früheste mögliche Eröffnungstermin liegt laut Küng in der Wintersaison 2023-24. Das Projekt sieht einen kompletten Neubau vor, mit einer neuen Talstation näher am Fuss des Berges. Deshalb kann ein Betriebsunterbruch während den Bauarbeiten vermieden werden – sofern die obere Bahnsektion so lange durchält. Ihre Konzession läuft bis 2026. Dazu noch einmal Küng: «Wir haben sämtliche verfügbaren Ersatzteile gekauft und hätscheln die Bahn wie einen Oldtimer. Aber die gestiegenen Besucherzahlen haben ihr zugesetzt. Sie ist so viele Passagiere nicht mehr gewohnt.»

Und was haben die Mountainbiker davon?

Die Brambrüeschbahn bringt die Gravity Biker zu den Trails des Alpenbikeparks. Hätte die Brambrüeschbahn ihren Betrieb mangels Finanzierung einstellen müssen, wäre das auch das Ende dieses besonders bei Downhillern und Hardcore Freeridern  beliebten Parks gewesen. Stattdessen dürfen sie sich nun darauf freuen, in ein paar Jahren wenn die neue Bahn in Betrieb geht, ein paar Minuten schneller und ohne Umsteigen zum Einstieg der Trails zu schweben.

 

 

Swiss Sports Publishing GmbH

Clavadelerstrasse 3, CH-7270 Davos


Kontaktformular
 

  Newsletter

 
 


Graubünden - alles fahrbar