Das erwartet Herbert vom Sommer 2020

Glaskugel

Die Massnahmen gegen das Corona-Virus haben in Graubünden den Abschluss des Winters ordentlich vermasselt. Doch für den bevorstehenden Sommer kamen die Massnahmen zu einem günstigen Zeitpunkt. Der Trail-Sommer 2020 ist voraussichtlich gerettet – ausser für die Bergbahnen und die Event-Veranstalter.

Die drastischen Lockdown-Massnahmen haben ein primäres Ziel: den Peak der Corona-Pandemie nicht zu stark in die Höhe schnellen zu lassen, denn dann würde selbst das Schweizer Gesundheitswesen kollabieren. Die Kurve mit den Ansteckungen muss abgeflacht werden, darin besteht unisono Einigkeit. Im Moment sieht es danach aus, als würde die Taktik aufgehen. Bloss heisst flacher auch länger. Sprich: Wir werden im Sommer 2020 (noch) nicht zur Normalität zurückgekehrt sein, was einerseits im Mountainbikesport zu erheblichen Veränderungen führt, andererseits aber auch ein grosses Potenzial für den alpinen Tourismus mit sich bringt.

Im Juni, wenn die Mountainbike-Saison in den Alpen in die Gänge kommt, dürfte in der Corona-Krise die härteste Phase überwunden sein und in vielen Bereichen wird schrittweise zur Normalität übergegangen. Hotels werden wieder aufsperren, Restaurants ebenfalls, aber unvermindert gelten die heutigen Grundregeln: Abstand halten, keine Ansammlungen, Hände waschen. Denn es gilt die Devise, eine zweite Pandemie-Welle zu vermeiden.

Betriebseinstellung der Bergbahnen und Shuttles

Für den Mountainbikesport sind diese Gesundheitsvoraussetzungen im Prinzip kein Problem. Doch markante Einschränkungen wird es trotzdem geben. Zum Beispiel, dass im Sommer 2020 die Bergbahnen ihren Betrieb möglichrweise nicht aufnehmen werden. Auch Shuttles werden nicht fahren, denn in den Gondeln und den Transporttaxis ist der weiterhin geforderte Sicherheitsabstand unmöglich einzuhalten. Wegen den fehlenden Aufstiegshilfen werden andererseits die Verkaufs- und Vermietzahlen der E-Mountainbikes im Jahr 2020 deutlich zunehmen. Denn die Mountainbikes mit Elektroantrieb werden die einzig realistische Perspektive für jene Mountainbiker sein, die sich bisher die Aufstiege mit Bahnen und Shuttles erleichtert haben.

Unerwarteter Boom im alpinen Tourismus

Es kann auch davon ausgegangen werden, dass die Airlines ihren regulären Betrieb in diesem Sommer nicht wieder aufnehmen können. Internationale Gäste werden im Sommer 2020 eine Specie Rara sein. Andererseits bedeutet der eingeschränkte Flugbetrieb, dass auch die Schweizer auf internationale Reisen verzichten (müssen) – und demzufolge in der Heimat in den Urlaub fahren. Das wird zu einem enormen Boom in den Alpen führen und zu einem Run auf Mountainbikes. Wer diese Sportart schon lange mal ausprobieren wollte, wird dies im Sommer 2020 tun. Und nicht selten wird dies auf einem E-Mountainbike erfolgen.

Absage aller Events

Die Frequenzen auf den Trails in den Alpen werden zunehmen. Bitter wird der Sommer 2020 hingegen für die Event-Branche. Die Realisten haben ihre Veranstaltungen für diesen Sommer schon jetzt abgesagt, die Optimisten haben sie auf ein späteres Datum im Herbst verschoben. Weil eine zweite Pandemiewelle verhindert werden soll, werden diesen Sommer keine grösseren Veranstaltungen erlaubt sein. Dazu zählen im Mountainbikesport insbesondere Festivals, Season-Openings, Testveranstaltungen und der gesamte Rennsport. Graubünden wird diese Saison wohl ohne Swiss Epic, Nationalpark-Marathon, Weltcup Lenzerheide und die vielen kleineren Veranstaltungen auskommen müssen. Das Event-Verbot basiert auf der Strategie, grössere Menschenmengen weiterhin zu verhindern. Das ist hartes Brot für die Veranstalter, andererseits aber insgesamt eine grosse Chance für den Mountainbikesport. Dieser kann problemlos in Kleingruppen inklusive «Social Distancing» erlebt werden – im Gegensatz zu Mannschafts- oder Indoor-Sportarten. Deshalb wird Mountainbiken diesen Sommer dank den Corona-Massnahmen einen unerwarteten Boom erleben. Auf den Trails, in den Bikeshops und den Bikehotels wird es nach dem Lockdown mehr Mountainbiker als je zuvor haben.
 

 

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