Erfolgreicher Start für den Ride Kongress

Am 19. und 20. September haben sich in Chur 200 Touristiker, Bike-Experten und Vertreter von Verbänden für die erste Mountainbike Fachtagung im Alpenraum versammelt.

Von den Referenten erhielten die Teilnehmer handfeste Tipps für die Entwicklung von Mountainbike-Angeboten und deren Vermarktung. Es gab auch konstruktive Kritik, wo die Bike-Regionen noch Schwächen zeigen. Ebenso im Zentrum stand Networking und der Erfahrungsaustausch unter den Teilnehmern.

Referate und Inputs von Experten
Shane Wilson, Trailbauexperte aus den USA, legt zu Beginn des Ride Mountainbike Kongress Chur den Finger in die offene Wunde: «Die Trails in der Schweiz sind zu technisch». Der Kalifornier attestiert Schweizer Bike-Destinationen eine ausgezeichnete Infrastruktur, es fehle jedoch klar an «Trails mit Flow».

Auf den Rat aus Übersee folgen weitere Expertisen aus dem Ausland: Maurizio Seletti, Direktor des Tourismusvereins Livigno, spricht über die Erfahrungen, die Einheimische und Touristiker mit Crosscountry- und Park-Bikern machen. Wie man ausserhalb der Alpen Biker anlockt erklärt Patrick Jansen aus Holland. Und der Konzepter von über 25 «Trails und Skills Parks» räumt mit Clichés auf, mit denen Naturschützer regelmässig gegen Biketrails auffahren. Vom Tiroler Hotelier Martin Pirhofer hört man dieses Erfolgsrezept: «Ist der Hotelier selbst Biker, so bin ich glaubhaft und habe die richtige Perspektive für die Ansprüche der Biker-Gäste.»

Nach dem Auftakt mit Input aus dem Ausland kommen die inländische Experten zu Wort: Christian Steiner, Herausgeber von GPS-Tracks.com, spricht darüber, wie die ideale Crosscountry-Tour auszusehen hat. Thomas Stirnimann, der seit über 20 Jahren Gemeinden bei der Ausscheidung von Schutzgebieten berät, sensibilisiert die Kongressteilnehmer für einen Dialog zwischen Naturnutzern- und Schützern.

Für aufmerksame Zuhörer sorgt Darco Cazins «No to do»-Liste. Der erfahrene Bike-Regionen-Entwickler von Allegra Tourismus weist auf typische Fehler hin, denen in den vergangen zehn Jahren in den Destinationen zu begegnen war. Cazin plädiert für eine klare Ausrichtung, da es den «Trail für Alle» schlicht nicht gebe. Auch sagt Cazin, dass der Trail und dessen Qualität allein nicht entscheidend sei, sondern die touristische Dienstleistungskette rund ums Biken den wichtigeren Faktor darstelle.

Der zweite Tag des Ride Kongress steht ganz im Zeichen der rechtlichen Rahmenbedingungen des Mountainbikesports. Der Rechtsanwalt Philipp Dickenmann vermittelt einen Überblick über die Rechtslage, sollte ein Mountainbike-Gast verunfallen. Oliver Rosch und Samuel Hubschmid von der Beratungstelle für Unfallverhütung zeigen auf, wie Prävention aussieht und wie Bike-Anlagen richtig signalisiert und unterhalten sind. Da Guides in der Dienstleistungkette eine wichtige Rolle spielen, kommen mit Michael Gerber und Claude Balsiger erfahrene Tourenleiter von Swiss Cycling zu Wort.

Bedürfnisse der Teilnehmer aufgegriffen
Abgerundet wird die Tagung durch Podiumsdiskussionen mit Einbezug des Publikums. Die Voten aus dem Plenum zeigen deutlich, dass der Anlass einem Bedürfnis entspricht und auch erste Antworten liefern kann – doch zahlreiche Fragen und Unklarheiten die touristischen Leistungsträger im Wachstumsgeschäft Bike-Tourismus weiterhin umtreiben. Das Organisationskomitee freute sich, dass mit dem Überraschungsgast Nino Schurter – der Mountainbikeprofi schlechthin - der offizielle Teil des ersten Kongresstages einen gelungenen Abschluss fand, bevor es zum gemeinsamen Abendessen ging.

Kongress bietet Plattform fürs Networking
In den Pausen, beim Abendprogram und auf der abschliessenden Biketour gab die Fachtagung viel Raum für einen informellen Austausch unter den Teilnehmern. Der Wissens- und Erfahrungstransfer zwischen den Teilnehmern stand dabei im Zentrum – wie beispielsweise beim Trailbauer-Stammtisch.

Erfolg weiter führen
Mit über 200 Teilnehmern aus allen Landesteilen der Schweiz, aus Österreich, Holand, Italien, Slowenien und den USA blicken die Veranstalter des 1. Ride Kongress auf eine erfolgreiche Austragung zurück. Der Kongress ist für Chur attraktiv – zum einen bringt der Anlass Wertschöpfung in die Kantonshauptstadt und zum anderen präsentiert sich das Bündnerland als bikefreundliche und –kompetente Region einem internationalen Publikum.

„In Chur konnten wir mit diesem Anlass eine Wertschöpfung von über CHF 100'000.00 generieren", weiss Leonie Liesch, Direktorin Chur Tourismus, zu berichten. Nach dem Prolog steht die zweite Etappe bereits fest: Am 2. - 3. Oktober 2014 steigt der 2. Ride Mountainbike Kongress Chur, welcher wiederum durch Chur Tourismus zusammen mit dem Schweizer Mountainbike Magazin Ride organisiert wird.

www.ridekongress.ch
 

 

Swiss Sports Publishing GmbH

Spundisstrasse 21, CH-7000 Chur


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