Flückiger und Neff rasen in Lenzerheide aufs Short-Track-Podest

Jolanda Neff wird Zweite in Short Track in Lenzerheide 2021

Beim vorletzten Weltcup-Stopp in Lenzerheide gewinnen Jenny Rissveds und Henrique Avancini die Short-Track-Rennen. Mathias Flückigers und Jolanda Neffs Rennverläufe unterscheiden sich zwar, beide zeigen aber starke Leistungen und landen auf den Plätzen zwei und drei. Nino Schurter und Sina Frei sichern sich für Sonntag die erste Startreihe.

Rissveds siegt auf ihrem Lieblingspflaster

Nach einer turbulenten Anfangsphase mit Gerangel und Stürzen bilden sich immer wieder kleine Löcher zwischen den führenden Fahrerinnen und dem Hauptfeld. Doch erst drei Runden vor Schluss bildet sich eine fünfköpfige Spitzengruppe mit Jenny Rissveds, Evie Richards, Jolanda Neff, Anne Tauber und Loana Lecomte. Kurz vor Ende der zweitletzten Runde attackiert Cross-country-Weltmeisterin Richards (GBR) und die Spitzengruppe reduziert sich auf sie und Rissveds (SWE).

Nun ist es die Schwedin, die attackiert und Evie Richards nach ihrem Effort auf dem schwachen Fuss erwischt. Rissveds fährt einen kleinen Abstand heraus und gewinnt das Short-Track-Rennen in Lenzerheide. «Ich denke das fühlt sich gut an. Es war hart, aber gut – ich machte mir in die Hosen, das ist mir jetzt auch etwas peinlich», nimmt es die Schwedische Meisterin mit Humor. «Letzte Woche war ich noch krank und somit unsicher wie es hier gehen wird, aber ich glaube die guten Erinnerungen (Rissveds gewann zwei Mal den Cross-Country-Weltcup) an Lenzerheide halfen heute sicher mit, genauso wie den Ansporn, über mich hinauzuwachsen, so wie es Evie Richards an den Weltmeisterschaften gemacht hat.»

Jolanda Neff kann zwar den beiden Führenden nicht folgen, sich aber gegen Lecomte und Tauber wehren und Platz drei einfahren. Und das, obwohl nicht alles reibungslos läuft, wie die Olympiasiegerin erklärt: «Ich bin sehr happy mit meinem dritten Platz. Am Start kam ich nicht weg, da ich behindert wurde. So nahm ich das Rennen auf den letzten Positionen in Angriff, startete darauf meine Aufholjagt und schaffte es noch in die Spitzengruppe – meine Beine fühlten sich heute super gut an.»

Short-Track-Weltmeisterin Sina Frei wird Achte, Alessandra Keller belegt Platz neun.

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Der angriffige Flückiger

Im Short-Track-Rennen der Männer schwingen von Beginn an die Favoriten das Zepter. Doch trotz des hohen Tempos bleibt das Feld während den ersten paar Runden ein lückenloser Faden. In Runde fünf hat dann aber Mathias Flückiger genug von der Fahrt im Peleton und startet die erste richtige Attacke. Erst folgt niemand, dann gesellen sich allmählich wieder die Favoriten dazu. Und ehe noch mehr Fahrer aufschliessen können, doppelt Flückiger nach. Doch auch nach dieser Attacke schliesst sich das Feld wieder zusammen.

Zwei Runden vor Schluss setzt Flückiger noch einmal an, und jetzt tut sich was: Schurter schwächelt und reisst eine Lücke, Henrique Avancini geht mit. Es geht in die letzte Runde, die Verfolger kommen langsam wieder an die beiden ran. So weit lässt es der Brasilianer nicht kommen, attackiert und gewinnt. «Dies ist nicht mein erster Sieg, aber er hat er bedeutet mir viel. Ich bin einfach nur happy», sagt Avancini, dessen bisherige Saison nicht wunschgemäss verlief. «Mathias Attacken brachten mich ganz schön in Bedrängnis, so konnte ich nur mental gewinnen. Wir sind nicht die besten Freunde, also wollte ich ihn vor heimischem Publikum schlagen. Er ist ein grossartiger Fahrer, der die Weltcup-Führung verdient, aber heute war ich besser», freut sich der Brasilianer und fügt an: «Ich bin mir nicht sicher, wie gut es am Sonntag gehen wird. Zwar bin ich physisch bereit, aber mental reicht es im Cross-Country möglicherweise noch nicht.»

Mathias Flückiger ist indes keinesfalls enttäuscht, dass es nicht zu einem weiteren Sieg reichte: «Die Taktik ging heute nicht ganz auf, aber ich bin mit Platz zwei zufrieden, zudem holte ich im Gesamtklassement auch wieder ein paar Punkte Vorsprung auf Ondrej Cink (zweiter im Gesamtklassement) heraus. Im Rennen fühlte ich mich gut, hatte Kraft und konnte stets gut beschleunigen, so bin ich für Sonntag zuversichtlich.» Flückiger findet auch anerkennende Worte für den Sieger: «Dass Avancini hier so stark auftrat, überraschte mich nicht, schliesslich ist er ein super starker Short-Track-Fahrer.»

Rang drei schnappt sich Victor Koretzky. Der Franzose sagt, er freu sich dauf das Rennen am Sonntag, nicht zuletzt wegen der grossartigen Stimmung in Lenzerheide. Nino Schurter sichert sich als Fünfter die erste Startreihe für das Cross-Country-Rennen am Sonntag.

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