Pascal Müller gewinnt 124Davos in Solo-Klasse

Das höchstgelegene 24-Stunden-Bikerennen der Alpen in Davos verzeichnete an diesem Wochenende einen neuen Teilnahme-Rekord und ging unfallfrei über die Bühne. Mit Andrea Kuster stahl dabei eine Frau allen anderen die Show.

Traditionsgemäss machten auch bei der vierten Ausgabe die Kleinsten den Auftakt am Samstagmorgen. Trotz dem kühlen und zwischenzeitlichen nassen Wetter erschienen ausnahmslos alle 140 Angemeldeten und trotzten der rutschigen und anspruchsvollen Strecke. Die Motivation und der Kampfgeist der jüngsten Teilnehmer vermochte nicht nur die Eltern in den Bann ziehen; sind doch einige Teilnehmer kaum grösser als ihre Bikes.

Neue anspruchsvolle Strecke
Die diversen Kategorien des 24-Stunden-Bikerennens wurden dann um 14 Uhr auf die neue und deutlich anspruchsvollere Strecke geschickt. Dabei galt es, auf mehrheitlich feuchtem Boden pro Runde 8 Kilometer und 180 Höhenmeter auf unterschiedlichen Unterlagen zu absolvieren. Die Strecke beeinhaltet mehrere Steigungen, einen Sprung, Singletrails-Abfahrten sowie eine künstliche Brückenüberführung und führt zweimal durch das Eventgelände.Fünf Minuten später wurden auch die Teams und “Singles” des 6-Stunden Rennens auf den Parcours gelassen.

Besonders bei jugendlichen 4er-Teams, die noch nicht am 24-Stunden-Rennen zugelassen sind (Mindestalter 18 Jahre), ist dieses Rennen beliebt.Mit viel Leidenschaft wurde um möglichst schnelle Rundenzeiten und damit eine hohe Anzahl absolvierter Runden gekämpft. Als Sieger konnte sich bei den “Singles” der Davoser Beat Marugg durchsetzen. Bei den Teams ging der erste Platz an das einheimische “Schädricks”-Team.

Andrea Kuster trumpfte gross auf
In der Königsdisziplin des “124davos.ch”, dem “Single-Rennen” über 24-Stunden, gab es das erwartete Favoritenduell an der Spitze. Schliesslich setzte sich mit einer Runde Vorsprung Pascal Müller aus Küttigen durch. Müller gewann diese Wertung schon in den Jahren 2006 und 2007. 54 Runden absolvierte der 32-Jährige dabei, was einer Gesamtstrecke von 432 Kilometer enstpricht. Vorjahressieger Michael Fitzi aus Staad belegte hauchdünn vor der Davoserin Andrea Kuster den zweiten Platz. Kuster nahm zum ersten Mal in ihrer Karriere allein an einem 24-Stunden-Anlass teil und liess als einzige Frau im Feld alle weiteren 22 Klassierten hinter sich. Die 36-jährige Krankenschwester war bis letztes Jahr Mountainbike-Profi und sorgte mit ihrer engagierten Fahrweise für den grossen Exploit am “124davos.ch”. Der verdiente Lohn war eine Standing-Ovation und eine “Gänsehaut”-Atmosphäre  im prall gefüllten Festzelt bei der Siegerehrung.”Ich war noch nie in meinen Leben so erschöpft. Zugleich überglücklich über meine Leistung. Anfangs hatte ich gedacht ein Top-Ten Rang wäre schön. Dass mein 24-Stunden-Debüt so rauskommt, hätte ich nie für möglich gehalten”, meinte eine sichtlich erschöpfte Andrea Kuster zu ihrem Rennen und strahlte dabei.

Schnelle Bündner
Erfahrungsgemäss am meisten Rennrunden gelangen den 4- und 6-10-Teams. 73 absolvierte Renn-Runden gelangen dabei dem Prättigauer “Bike4Fun1”-Team und damit auch der Sieg in ihrer Kategorie (6-10-Teams). Auf 72 Runden kam das Sieger-Team in der 4er-Wertung “LuckStar” aus dem Kanton St.Gallen. Bei den Couples (2er-Teams) schwang aargauische Duo Michael Iten und Peter Bossard  obenaus.

Die Spezialwertung der schnellsten Rennrunde war fest in bündnerischer Hand.Die Rundenzeiten von Langläuferin Karin Camenisch aus Klosters und des Prättigauer`s Jakob Oswald waren von niemand anderem zu unterbieten.

Unfallfreies Wochenende
Für aussergewöhnliche Farbtupfer sorgten diverse Teams. Das “bike4life.ch”-Team sammelte wie schon letztes Jahr Geld im Kampf gegen Brustkrebs. Zudem waren 2009 zum ersten Mal auch drei Einrad-Teams am Start, welche für viel Aufsehen mit ihrer Fahrweise sorgen konnten. Ein frisch vermähltes Ehepaar aus dem Berner Oberland bestritt zudem als “Couple” das 24-Stunden-Rennen im Rahmen ihres “Honeymoons”.

OK-Präsidentin Franziska Wild zeigte sich nach dem Mammutprogramm vom Wochenende sehr erleichert.” Ich bin vor allem froh, dass es keine nennenswerten Verletzungen oder gar Unfälle gab. Das ist das Wichtigste. Zudem funktionierte die Organisation mit den vielen verschiedenen Rennen und Kategorien reibungslos. Schön, dass am Sonntag dann doch noch die Sonne schien. Ich bin sehr zufrieden.”

 

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