Polc und Jerenko am Trailfox zu oberst

«Four stages, one bike», bellte der Trailfox und die Freerider kamen in Scharen. Fast dreihundert Teilnehmer fuhren einen «Freeride-Night-Trail», einen «Freeride-Day-Trail», einen «Night-X» und einen «Freeride Downhill». Kurz, die Freeride Rallye genannt Red Bull Trailfox in Laax. Die ersten Plätze sicherten sich Anja Jerenko (GER) und Filip Polc (SLO). Gewonnen haben alle Teilnehmer. Nämlich ein Wochenende, an dem es an nichts gefehlt hat, was des Freeriders Herz begehrt.

Was gehört zu einem guten Freeride-Wochenende? Gute Trails fahren mit Freunden, gutes Wetter, etwas Barbecue und natürlich Party. Der Red Bull Trailfox bot genau dies, und das muss sich herumgesprochen haben. Nach gut hundert Startern im ersten Jahr, waren es bei der zweiten Ausgabe fast dreihundert Freerider, welche dem Ruf des Trailfox folgten. Dies nicht nur wegen des coolen Race Shirts, welches es als Geschenk gab. Neben den üblichen Verdächtigen wie René Wildhaber, Janez Grasic, Daniela Bosshard, weiteren alten Bekannten der Schweizer Downhill-Freeride-Szene und des näheren bis ferneren Auslands (Slowakei bis Kanada), schoben auch Dirt Jumper und reine Spass Biker ihre Räder an den Start. Die Ehre der Cross Country-Gemeinde hielt unter anderem Ralph Näf hoch, der als zweitwichtigstes Rennen dieser Saison die Olympischen Spiele in Athen auf dem Programm hat.

Eine Etappe für Daniel Düsentrieb

Am Freitag um 22 Uhr stürzte sich die erste Riderin in den «Freeride-Night-Trail», der im obersten Streckenabschnitt mit einer Holzwippe und -Brücke, sogenannten Northshore-Elementen, bestückt war. Die Beleuchtung war erneut ein Thema für sich. Gegenüber dem Vorjahr waren schon bedeutend mehr fahrende Weihnachtsbäume unterwegs. Ein Jünger Daniel Düsentriebs hatte der Lampe seines 750er Motorrads einen neuen Zweck zugeführt. Selbst schuld, wer sich in Bescheidenheit gefiel und mit Diodenlicht im Dunkeln tappte. René Wildhaber war am schnellsten unten, obwohl er «mit dem Holzzeug da oben» kleine Probleme hatte. Schnellste Frau war Sonia Granzow aus Oberhausen.

Die Brücke als Scheideweg

Der «Freeride-Day-Trail» war derselbe wie der «Freeride-Night-Trail». Mit dem grossen Unterschied, dass die Fahrer das Licht jetzt nicht mehr selber mitbringen mussten. Umso mehr avancierte die Northshore Bridge zur Schlüsselstelle. «Sie ist wohl etwas schmal geraten», bekannte der Baumeister mit einem Grinsen auf den Stockzähnen. Nun, sie war fahrbar und dank der geringen Höhe nicht gefährlich. Trotzdem versuchten viele, die es eilig hatten, gar nicht erst den Steg fahrend zu meistern. Sie hüpften im Radquerstil mit dem Bike unter dem Arm über die Balken. Die Fahrzeiten vom Vorabend wurden erwartungsgemäss unterboten. Mit den besseren Sichtverhältnissen stieg auch die Risikobereitschaft, was zu dem einen oder anderen Ausflug in die Bündner Botanik führte. Schnellster war der slowakische Downhill-Spezialist Filip Polc. Die Etappe der Frauen ging dieses Mal an Daniela Bosshard.

Vorfinale im Flutlicht

Eine Art vorgezogener Final war der «Night-X». Ein kurzer, gerader Fourcross über eine nicht ganz rhythmische, aber sehr spassige Line. Die schnellsten 64 Männer aus den ersten beiden Etappen und alle Frauen waren zum Showdown im Flutlicht geladen. Die deutsche Dual-Meisterin Anja Jerenko liess nichts anbrennen. «Hier fühle ich mich bedeutend wohler als auf dem Trail. Aber Spass habe ich bei beidem.» Janez Grasic, René Wildhaber, Remo Heutschi und Filip Polc standen im Männerfinal am Gate. Die Herren rissen fast die Lenker aus ihren Rahmen. Aber: dem Speed von Filip Polc war keiner der drei übrigen Finalisten gewachsen. Der DH-Profi machte mit seinem zweiten Etappensieg klar, dass er beabsichtigte den Trailfox mit nach Hause zu nehmen.
Danach war Beine ausschütteln an der Trailfox-Party angesagt. Die deutsche Reggae-Combo «Soulfood International» begleitete die Vorbereitung auf den letzten Abschnitt musikalisch. Die Freerider bewiesen Stehvermögen bis in die frühen Morgenstunden.

Happy End im Märchenwald

Ein nicht allzu steiler, leicht technischer Trail erwartete die Fahrer am Sonntag. Kulisse war der Märchenwald unterhalb von Flims/Laax, der es auch René Wildhaber angetan hatte. «Das gute Wetter und den schönen Wald geniessen», war sein erklärtes Ziel. Dabei legte er gleich noch die schnellste Zeit hin. Filip Polc hatte Pech. Sein Abgang über den Lenker kostete ihn zuviel Zeit. Polc und Wildi lagen punktgleich an der Spitze des Gesamtklassements und auch in der Anzahl Siege lagen sie gleichauf. Die Rennleitung begann bereits mit dem grossen Rechnen. Die Verantwortlichen wollten die Einzelzeiten addieren, als Wildhaber intervenierte: «Ich bin hier zuhause. Filip ist mein Gast. Er ist der Sieger.» Das Preisgeld teilten sich die beiden Konkurrenten. Der Slowake durfte die Siegertrophäe mit nachhause nehmen. «A lot of fun» habe er gehabt. «So ein Rennen bin ich noch nie gefahren. Das nächste Jahr werde ich wieder dabei sein». Auf Wolke Sieben schwebte auch Janez Grasic, obwohl er seinen Vorjahressieg nicht wiederholen konnte.
Nicht weniger spannend war der Kampf um den Sieg in der Frauenkategorie. Die Dual-Spezialistin Anja Jerenko gewann überraschend auch den «Freeride Downhill». «Da hat einfach alles gepasst», strahlte sie. Damit schob sie sich noch vor ihre Team-Kollegin Sonja Granzow, mit der sie davor gleichauf gelegen hatte. Den dritten Rang holte sich die Schweizerin Silja Stadler. Die Rider werden noch lange von diesem Wochenende sprechen. Wiederkommen wollen sie alle. Die Startplätze dürften im nächsten Jahr noch begehrter sein.

Und weil jeder Teilnehmer des Red Bull Trailfox ein Star ist, sind auch alle fotografisch verewigt worden. Die Bilder können unter www.redbull-trailfox.ch heruntergeladen werden.

www.redbull-trailfox.ch
 

 

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