Was ist wichtig für ein Bike-Hotel?

Hotel Belvédère Ride-Kongress 2019 Kurt Baugmartner

Was ist wichtig, wenn man ein Bike-Hotelier werden will. Kurt Baumgartner muss es wissen. Während 20 Jahren hat er mit seiner Frau und heute hunderten von Mitarbeitenden erst eins, dann zwei, schliesslich drei Hotels im Unterengadin aufgebaut. Nicht umsonst ist er «Hotelier des Jahres 2018» und nicht umsonst tritt er dieses Jahr mehrmals auf: In seinem eigenen Hotel in Scuol und als Referent am «Ride-Kongress» 2019 in Davos.

Der Ride-Kongress ist die grösste Mountainbike-Tourismus Fachveranstaltung in den Alpen. Am Ride-Kongress am 19./20. September 2019 in Davos stehen unter anderem die «Bike-Hotels» thematisch im Zentrum. Was passt da besser als einen Vertreter aus den herausragenden graubündenBIKE-Hotels mit dabei zu haben? Aber was ist wichtig, wenn man ein Bike-Hotel aufbauen möchte? und wie wird der Inhaber eines Bike-Hotels zum Hotelier des Jahres?

Es braucht Zeit

Nun, es klingt ganz einfach. Es braucht dafür ein paar augenscheinliche Dinge, doch als Erstes braucht es Zeit. 20 Jahre bevor Kurt Baumgartner zum Hotelier des Jahres wurde, hatte er zusammen mit seiner Frau das unternehmerische Risiko gewagt und das in die Jahre gekommene, altehrwürdige Grandhotel Belvédère in Scuol aus einer Konkursmasse gekauft. Nach dieser Entscheidung mit ganzem Willen brauchte es viel Fleiss. Und natürlich auch, es braucht das Glück des Tüchtigen, als die Nachbarhäuser verfügbar wurden. Und schliesslich weiterhin wiederum unermüdlichen Einsatz, nachdem fünf Jahre nach dem 4-Stern Superior Hotel Belvédère das 3-Stern Superior Hotel Belvair dazu stiess und nochmals fünf Jahre danach das 4-Stern Boutique-Hotel Guarda Val. Seither wurde viel gebaut, renoviert und mithilfe der Familie und guten Mitarbeitern vorangetrieben.

Es braucht Mountainbiker

Auch diese Bedingung für ein Bike-Hotel klingt ganz einfach: Natürlich braucht es eine Nachfrage. Als in den späten 70ern in den Hügeln an der kalifornischen Küste ein paar wilde Jungs mit umgebauten Cruisern die Schotterstrassen runter shredderten, wäre niemand auf die Idee gekommen, dass es über 40 Jahre später in den Schweizer Alpen Mountainbike-Feriengäste gäbe. Daran hat in den 90ern zunächst auch Kurt Baumgartner nicht gedacht. Aber er hat die Nachfrage einer wachsenden Kundengruppe verstanden und er hat auch verstanden, was anspruchsvolle Mountainbiker wünschen. Das beginnt damit, was ein graubündenBIKE-Hotel zunächst haben muss, damit es eines sein kann: Eine gute Infrastruktur mit abschliessbarem Bike-Keller, Bike-Waschstation, reichlich und gesundes Sportler-Frühstücksbuffet und einiges mehr. Doch es braucht auch ein wachsames Auge für neue Bedürfnisse. Kurt Baumgartner hatte den E-Mountainbike Boom richtig eingeschätzt und früh die Zusammenarbeit mit BMC gesucht. So findet sich vor Ort heute eine stattliche Anzahl an E-Mountainbikes, gewartet durch den Bike-Shop in dem zum Hotel gehörenden Nebengebäude.

Es braucht eine Destination

Es bleibt weiter einfach nachvollziehbar, schliesslich braucht es für die Nachfrage ein Angebot. Es braucht einen Ort, wo man als Mountainbiker wirklich hinwill. Das Unterengadin mit seinen Quellen zum Inn und seiner rauen, unberührten Natur hatte schon die Römer in ihren Bann gezogen. Trotzdem ist Scuol und seine Nachbardörfer fernab vom Dichtestress anderer Ferienorte ein ruhiger, erholsamer Platz geblieben – und für Mountainbiker immer noch ein Geheimtipp. Kein Wunder, dass es Herbert und seine Kumpels immer wieder dort hinzieht. In den «Trail Tales» gibt es mit dem aktuellsten Film ein gutes Beispiel zur Geschichte der Landschaft an der Landesgrenze zu Österreich und Italien: Kurz erzählt: es gilt das «Eisenhower-Prinzip», man muss wissen, was wichtig ist und was dringend. Das gilt natürlich insbesondere für den Hotelier, der tägliche Entscheidungen fällen muss. Aber das gilt auch für den Biker, der sich für eine Wunschdestination entscheidet.

Was bleibt nun wichtig?

Wer jetzt wie Eisenhower entscheiden will, was wichtig ist und was dringend, dem sei wie folgt geholfen: 

  • Wer gleich rauf aufs Bike und rein in den Trail will, der schaut sich die Hammer Days Scuol an, denn wer den Fimberbass auf seiner Wunschliste hat, also unter «wichtig» aufgeführt, der findet ihn dort als einer von drei hammerhaften Touren, dringendst zu empfehlen.
  • Wem es wichtig ist zu erfahren, was im Mountainbike-Tourismus wichtig ist, dem kann Herbert nur empfehlen, sich dringend am Ride-Kongress am 20. September in Davos anzuhören, wenn Kurt Baumgartner sich zusammen mit Janine Bunte, CEO der Schweizer Jugendherbergen und Patrick Dreher von Graubünden Ferien über die Dringlichkeiten in der Bike-Hotellerie unterhält. 
  • Wem es wichtiger ist, «nur» Kurt Baumgartner in privateren Rahmen anzuhören, der geht am 5. Oktober nach Scuol, zum Kamingespräch mit Andri Franziscus und Kurt Bamgartner im Hotel Belvédère. Das letzte Wort sei, ob am Ride-Kongress oder im Kamingespräch, dem Hotelier selber überlassen. Denn nur er kann es am besten formulieren, was für ein Bike-Hotel wirklich wichtig ist.

 

Links: 

Trail Tales Episode 16: Fimberpass – das Eisenhower-Prinzip
Das Hotel Belvédère bei Herbert
Kurt Baumgartner am Ride-Kongress

 
 
 

 

Swiss Sports Publishing GmbH

Clavadelerstrasse 3, CH-7270 Davos


Kontaktformular
 

  Newsletter

 
 


Graubünden - alles fahrbar