Herdenschutzhunde und Mutterkühe – welche Gefahr besteht für Biker?

Infotafel Herdenschutz

Auf Bike Touren in den Schweizer Alpen führt die Route immer wieder über Alpweiden, mit Mutterkuh-Haltung oder Bewachung durch Herdenschutzhunde. Gehen Biker zu forsch auf die Herde zu oder wollen gar mitten durch die Herde hindurch fahren, kann es sehr schnell zu unangenehmen Begegnungen mit Herdenschutzhunden oder Mutterkühen kommen.

Grund für Herdenschutz-Hunde, Mutterkühe

Seit der Rückkehr der Grossraubtiere Luchs, Wolf und Bär müssen die Nutztiere auf den Schweizer Alpen besser geschützt werden. Da die Herden auf abgelegenen Weiden aus Kostengründen nicht permanent von einem Hirten beschützt werden können, kommen Herdenschutzhunde zum Einsatz. Diese werden sorgfältig auf den Schutz von Nutztierherden ausgebildet. Neue Haltungsformen gewähren den Tieren auf der Weide zudem viel Freiheit. Die Tiere entwickeln zudem durch die Mutterkuhhaltung einen ausgeprägten Trieb den eigenen Nachwuchs vor Gefahren, sei es durch Grossraubtiere oder durch den Menschen zu beschützen. Auch sind Mutterkühe scheuer als Milchkühe, da diese nicht zweimal täglich gemolken werden und auf abgelegenen Weiden den Umgang mit Menschen nicht gewohnt sind.

Verhalten beim Queren von Weiden

Wenn man auf einer Wanderung oder Biketour ein Herdenschutzgebiet kreuzt, wird grundsätzlich folgendes Verhalten empfohlen:

  • Tafeln mit Verhaltenstipps ernst nehmen
  • Tempo verlangsamen
  • Tiere nicht aufscheuchen
  • Hunde nicht überraschen, sondern durch lautes Reden auf sich aufmerksam machen
  • Vom Bike absteigen

Wenn Herdenschutzhunde bellen, auf einen zu rennen und den Weg versperren:

  • ruhig stehen bleiben und den Hunden Zeit lassen, die Situation einzuschätzen (Hunde nicht direkt anschauen, nicht berühren, nicht direkt ansprechen)
  • Distanz zur Herde halten
  • Hunde nicht provozieren: keine erhobenen Stöcke, nicht herumfuchteln, nicht anschreien
  • Hunde wenn nötig mit schräg und ruhig gegen unten ausgestrecktem Stock auf Abstand halten
  • Sobald der Hund die Anwesenheit akzeptiert hat und nicht mehr bellt, kann der Weg langsam fortgesetzt werden

Wenn sich die Herdenschutzhunde nicht beruhigen:

  • Rückwärtsgehen und sich auf eine grössere Distanz zur Herde zurückziehen
  • Augenkontakt vermeiden
  • Herde weiträumig umgehen oder umkehren
  • Wer sich trotz eindeutiger Warnsignale der Herdenschutzhunde den Durchgang durch die Herde erzwingt, kann im schlimmsten Fall gebissen werden

Wenn sich Mutterkühe in der Herde befinden:

  • Sich ruhig bewegen
  • Die Tiere nicht aufscheuchen oder verängstigen
  • Das Viehgatter unbedingt schliessen und dem Wanderweg über die Weide folgen
  • Dem auf sich zukommenden Tier nicht den Rücken zudrehen
  • Bei Drohgebärden langsam rückwärts aus dem Revier hinaus gehen
  • Im absoluten Notfall das Tier mit einem gezielten Schlag auf die Nase zum Rückzug zwingen

 

Infotafel Herdenschutzhunde

Informationsstellen:
www.wanderplaner.ch
www.wandern.ch/de/wandern/sicher-unterwegs/herdenschutzhunde
 

Kontakt

Swiss Sports Publishing GmbH
Clavadelerstrasse 3, CH-7270 Davos
Tel. +41 81 413 43 43
info@herbert.bike

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