Weltcup Lenzerheide – 500 helfende Hände für ein erfolgreiches Gelingen

Am kommenden Wochenende steht in Mont Saint Anne der nächste Mountainbike-Weltcup nach Lenzerheide an. Eine Grossveranstaltung die ohne freiwillige Helfer schlicht undenkbar wäre. Zu Gesicht bekommt man aber jeweils nur die Stars. Doch heute stehen «die wahren Stars» – die Volunteers – im Rampenlicht.
 
Koordinieren, bauen, kochen, kontrollieren oder einfach nur Auskünfte geben: Das sind die Aufgaben der vielen unermüdlichen Helfer einer Grossveranstaltung wie dem Mountainbike-Weltcup in Lenzerheide. Eine bunt gemischte Helfertruppe aus verschiedensten Ecken der Schweiz, verschiedensten Alters sorgen jedes Jahr für einen reibungslosen Ablauf an diesem Rennwochenende und tragen nicht zuletzt auch einen grossen Teil zur tollen Stimmung bei, die Jahr für Jahr am Rothorn herrscht.
 
Um nach den ersten drei Doppel-Events die unzähligen Helfer ins Rampenlicht zu rücken, haben wir uns während des diesjährigen Weltcups in Lenzerheide den Helfern angenommen und fünf Volunteers portraitiert.
 

Eugen Kälin, 67 Jahre aus Dällikon/ZH

Helferreportage WC Lenzerheide 2017

 
Eine von Eugens Aufgaben, an seinen sechs Einsatztagen während der Austragung 2017, war Expo Einweiser. Er empfing die Teams und Aussteller am Eingang des Geländes und begleitete sie an ihre vorgesehenen Standplätze. Dieses Jahr musste Eugen auch eine kleine Spätschicht einlegen, denn am Dienstagabend durften die ersten Teams ins Event Gelände reinfahren und mit dem Aufbau beginnen, und das bis 22:00 Uhr. Nicht, dass ihm das etwas ausmachte – im Gegenteil: «Ich helfe einfach gerne da wo es mich braucht, egal was es für eine Aufgabe ist.»
 
Übers Jahr kommen bei Eugen ordentlich viele Helfertage zusammen – drei Monate an freiwilliger Arbeit leistet er in der ganzen Schweiz. Nach seinem Einsatz in Lenzerheide stand für ihn bald darauf ein Weiterer in der Eiger-Region an.
 
Insgesamt 16 Tage hatte Eugen Kälin schon freiwillig für die Mountainbiker gearbeitet. Da bleiben doch einige Erinnerungen haften – und welche im Speziellen?
 
«Beim Weltcup 2016 war ich bei den Cross-Country-Rennen als Streckenposten eingeteilt. Damals hatte ein junger Deutscher Fahrer einen harten Sturz direkt vor mir und meinem Kollegen. Wir eilten ihm zur Hilfe und machten einen ersten optischen Check, ob er verletzt war. Er hingegen hatte sich nicht eine Sekunde selber angeschaut. Seine Augen prüften nur sein Bike. «Ist da noch alles ganz?», fragte er uns. Wir waren ziemlich erstaunt über seine Reaktion. Kaum ausgesprochen, sprang er wieder aufs Bike und setzte das Rennen fort.
Übrigens, Eugen Kälin war sogar an seinem Geburtstag im Einsatz – alles Gute nachträglich von unserer Seite!
 

Yvonne Aondio, 55 Jahre, Churwalden/GR

Helferreportage WC Lenzerheide 2017

 
«Ich helfe hier, weil ich als Einheimische etwas für die Region machen möchte.» Yvonne Aondio hilft zum ersten Mal am Mountainbike-Weltcup mit. Eingeteilt wurde Sie an der Santa-Cruz-Bar sowie im Helferzelt.
 
«Da ich schon am FIS-Ski-Weltcup in Parpan schon tätig war, dachte ich mir, warum nicht auch mal den Mountainbikern etwas unter die Arme greifen», antwortet Yvonne auf die Frage, warum sie sich für einen Helfereinsatz am Mountainbike-Weltcup entschieden hatte. Und für diesen Einsatz hat sie einfach mal für drei Tage ihre Ferien unterbrochen.
 
Die Wertschätzung des Organisationskomitees und das Arbeiten ohne den alltäglichen Leistungsdruck in der normalen Arbeitswelt seinen für sie ein absolutes Highlight. «Es tut einfach gut, glückliche Menschen zu sehen, eine tolle Stimmung zu erleben und hin und wieder Volunteers zu treffen, die ich von anderen Helfereinsätzen vergangener Events kenne», sagt Yvonne Aondio abschliessend.
 

Sven Winter, 44 Jahre, Langwiesen/ZH 

Helferreportage WC Lenzerheide 2017

Seit der Weltcup in Lenzerheide stattfindet, stand Sven Winter insgesamt 13 Tage für diesen Grossanlass im Einsatz. Wie auch 2016 war Sven auch in diesem Jahr Sektoren-Chef für die Cross-Country-Rennen und hatte zuvor auch noch beim Aufbau der Strecke mitgeholfen.
 
«Ich bin aus drei Gründen als freiwilliger Helfer hier am Weltcup tätig, und daraus ergab sich meine Einteilung als Sektoren-Chef», fast Sven kurz zusammen. Dann präzisiert der seit 1994 leidenschaftliche Mountainbiker: «Das Gefühl, dass dir dieser Sport geben kann ist  einfach fantastisch.» Der zweite Grund den Sven erwähnt, ist eine Herzensangelegenheit. Denn auch wenn der 44-Jährige im zürcherischen Langwiesen zuhause ist, die Lenzerheide ist die Heimat seines Herzens. Der letzte Grund bezeichnet er als sehr Wichtigen für ihn. «An diesem Event helfe ich meinen Freunden.» Und einer dieser guten Freunde ist Benjamin Ott, der Strecken-Chef im Cross Country.
 
Für Sven Winter war das Jahr 2015 sehr prägend und so bleibt es auch in spezieller Erinnerung. «Ich kam direkt aus meinem täglichen Job in die Lenzerheide. Mein Kopf brummte und ich hatte richtig viel um die Ohren.» Nach seinem Einsatz machte er sich vollkommen entspannt und mit einem Grinsen im Gesicht auf den Nachhauseweg. «Die vielen freundlichen Gesichter über all die Tage haben Wunder bewirkt, und ich konnte wieder voll durchstarten – danke Weltcup!»
 

Andrea Martz, 29 Jahre, Lenzerheide und Zürich

Helferreportage WC Lenzerheide 2017

«30 Grad und wir hatten kein Wasser mehr.» Dieser Moment, aus ihrem Einsatz im Jahr 2015 an der Santa-Cruz-Bar, wird Andrea noch lange in Erinnerung bleiben. Trotzdem, auch 2016 und 2017 arbeitete sie wieder mit viel Freude an derselben Bar. 
 
Im Winter ist Andrea in der Ski- und Snowboardschule Lenzerheide tätig. Durch die Schule ist sie dann auch auf den Event aufmerksam geworden. «Ich verbringe meine Freizeit hauptsächlich in der Ferienregion Lenzerheide und freue mich sehr, dass ich durch meine Helfereinsätze der Region etwas zurückgeben kann.»
 
Neben der Wasserknappheit im 2015 ist ihr noch eine weitere Erinnerung sehr präsent: Als Barfrau ist man immer etwas im Blickpunkt der männlichen Besucher – ein wohlbekannter Klassiker. Bei Andrea Martz war das im vergangenen Jahr nicht anders. Ein netter Herr liess damals seine Blicke nicht mehr von ihr ab. «Sicher zwei Stunden war er an der Bar und hat immer wieder versucht mit mir zu flirten.» Leider ohne Erfolg für ihn, und für Andrea, die das nicht als lästig befand, war sein ausdauernder Besuch dennoch ein Erfolg. Er bestellte immer wieder Getränke – der Umsatz stimmte also. Bei der diesjährigen Ausgabe des Mountainbike-Weltcups wurde aber nur noch nett Hallo gesagt. Der flirtende Herr hatte wohl das ganze Pulver im Jahr zuvor verschossen. 
 

Peter Mäder, 60 Jahre, Toggenburg/SG

Helferreportage WC Lenzerheide 2017

Das erste Mountainbike von Peter war ein Scott. Als es in der Schweiz mit den Mountainbikes losging, war Peter von Anfang an sehr interessiert daran. Die Trails rund ums Toggenburg, oder damals einfach noch «Wege» genannt, waren seine ersten Spielplätze.
 
Seine Motivation an diesem Event mit zu helfen erklärt sich durch seine Vorgeschichte von selbst. Ganze 15 Tage war Peter bisher am UCI-Mountainbike-Weltcup in Lenzerheide freiwillig im Einsatz. Jedes Jahr war er Streckenposten am Steingarten im oberen Teil der Downhill Strecke. Egal ob Training, Qualifikation und Rennen – Peter war immer auf seinem Posten.
Im Jahr 2016 ist er dann noch in eine weitere Aufgabe reingerutscht. Dieses Thema gehört leider auch zum Spitzensport – Doping. «Damals hatten die Dopingkontrolleure zu wenige Helfer, zum Beispiel zum Abfangen dieser Fahrer die zur Kontrolle müssen. Da ich durch meine Freundin – sie war früher Dopingfahnderin – einen Einblick in die unschöne Doping-Welt bekam, meldete ich mich beim OK, um auch dort mitzuhelfen.»
 
Auf die Frage was ihm speziell in Erinnerung geblieben sei, antwortete Peter – wie viele andere Volunteers – sei der gute Umgang des Organisationskomitees mit seinen Helfern. Da habe er schon vielen Events in der Schweiz anderes erlebt. Peter Mäder dankt aber auch allen Fahrern für den tollen und respektvollen Umgang mit ihm und den andern Streckenposten. «Das ist immer wieder eine Freude!»
 

Marina Schmid, die «Mutter» der Volunteers

So viele Helfer müssen koordiniert werden, und dafür ist Marina Schmid, die Helfer-Verantwortliche des UCI-Mountainbike-Weltcups in Lenzerheide zuständig. Wer so viel und intensiv mit freiwilligen Helfern arbeitet, erlebt einiges und so hat auch Marina während den vergangenen drei Jahren ihre Highlights erlebt.
 
«Wenn der Event beginnt, freue ich mich darauf die Volunteers zu sehen. Es macht richtig Freude zu erleben, mit welchem Elan die jeweiligen Einsätze in Angriff genommen werden. Das gibt einem viel zurück und motiviert auch alle weiteren OK-Mitglieder zusätzlich. Manche Helfer arbeiten sogar über ihren Einsatz hinaus und möchten dort einspringen wo es gerade nötigt ist. Zum Beispiel hatte eine Helferin nach ihrem Tageseinsatz noch ganz spontan eine Nachtschicht an der Bar übernommen. Sie ging erst in den frühen Morgenstunden zu Bett, erschien aber bereits nach wenigen Stunden Schlaf wieder zu ihrem nächsten Tageseinsatz – unglaublich! Die Helfer erleichtern uns vom Organisationskomitee und allen Beteiligten die intensiven Event-Tage und das ist sehr sehr wertvoll! Ein herzliches Dankeschön dafür!
Wir hoffen natürlich, dass wir gerade für die Weltmeisterschaften im kommenden Jahr wieder auf viele fleissige Helfer zählen dürfen.
 

Die Welt der Helfer in Zahlen

- 250 Volunteers pro Austragung
- Rund 600 warme Mittagessen über drei Tage plus Lunchsäcke für die Streckenposten die nicht zur Verpflegung ins Helferzelt kommen können.
- Zirka 4500 Volunteer-Stunden kommen in einer Woche zusammen.
- Das Budget für Verpflegung inklusive Entschädigungen an Vereine beträgt 60'000.- Franken.
- Die Helferbekleidung ist ein Non-Cash Sponsoring.        

www.lenzerheide.com/bike-weltcup/helfer
 
 

Kontakt

Swiss Sports Publishing GmbH
Clavadelerstrasse 3, CH-7270 Davos
Tel. +41 81 413 43 43
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