Clementz und Sax gewinnen Trailfox

Red Bull Trailfox, das jährliche Freerider-Festival mit Gesamtwertung mischte am vergangenen Wochenende das Flimser Unterholz auf. Über 300 Fahrer nahmen die drei Etappen unter die Räder. Am schnellsten taten das eine Elsässerin und ein Elsässer namens Caroline Sax und Jérome Clementz.

Schon wieder ein Jahr vorbei. Darüber könnte man traurig sein. Schon wieder Red Bull Trailfox ist definitiv ein Grund, sich zu freuen. Wie üblich waren die 300 Startplätze innert weniger Tage ausgebucht. Die Glücklichen, welche sich die begehrte Plakette an den Lenker schnallen durften, bevölkerten ab Freitagmittag die Sportanlage und gaben dem Flimser Unterholz ihre Stollen.

Seriensieger René Wildhaber hatte Lust auf mehr Konkurrenz und sorgte mit ein paar Telefonanrufen für das stärkste Fahrerfeld, das der Red Bull Trailfox je gesehen hatte: Vor allem Kollegen aus der Downhill-Marathon-Szene wie Jérome Clementz (Frankreich) und Christophe Payet (La Réunion), aber auch Downhill-Profis wie Claudio Caluori und Freeskier Phil Meier standen zum ersten Mal in Flims an der Startlinie.

Night Trail: Freeride der finsteren Art
Keiner von ihnen war schon mal in der Nacht ein Rennen gefahren. «Man ist immer ein bisschen zu spät», erklärte Phil Meier, «aber es macht Spass.» Der flüssige Trail vom Nachmittag präsentierte sich in der Finsternis einiges bissiger. Die Landschaft schien den Fahrern schneller entgegen zu schiessen, Löcher sahen tiefer aus und der Platz zwischen den Bäumen enger. Die Novizen Clementz und Payet kamen damit bestens zurecht und schnappten Wildhaber seinen traditionellen Sieg im Nachtrennen weg. Bei den Frauen holt sich Leonie Dickerhoff, auch keine Unbekannte am Red Bull Trailfox, den ersten Etappensieg vor Sarah Hänggi.

Ausser Konkurrenz: UMF Kenda Dirt Jump Contest
Bevor die Freerider durch den Wald rollend den Sonnenuntergang geniessen durften, waren die Dirt Jumper mit einem nicht zur Gesamtwertung zählenden Dirt Jump Contest an der Reihe. Auf zwei direkt hintereinander liegenden Absprunghügeln („Dirt Jumps“) verkürzten sie Fahrern und Publikum den Nachmittag mit einer spektakulären Show. Im Finale standen sich der Schweizer Mischa Breitenstein und der Deutsche Andi Wittmann gegenüber. Beide rotierten in allen möglichen Drehrichtungen durch den Himmel. Eine unsaubere Landung von Wittmann gab schliesslich den Ausschlag zugunsten des Schweizers. «Ich bin sehr zufrieden. Das Finale gegen Mischa war hart. Zudem habe ich einen Sprung zum ersten mal im Wettkampf gezeigt.»

Sunset Trail: Abkürzen erlaubt
Wenn die Freerider von «North Shore» sprechen, dann meinen sie schmale Holzstege, Steilkurven und Absprungrampen, die das Gelände noch interessanter machen. (Erfunden wurde diese Form der Trail-Vedredelung am North Shore von Vancouver, daher der Name). Der schnelle Weg auf dem Sunset Trail führte über das Zimmermannswerk. Jene, die sich nicht trauten, fuhren die «Chicken Line» darum herum, die den Weg ins Ziel aber erheblich verlängerte. Keine Frage, welche Route die Profis wählten. Erneut flog Jérome Clementz am schnellsten ins Ziel, dicht gefolgt von Payet und Remo Heutschi. Stürze bewirkten bei den Frauen einen Umsturz im Zwischenklassement. Caroline Sax war im Sonnenuntergang die Schnellste und übernahm die Führung in der Gesamtwertung. Zweite wurde Noëmi Derron und Dritte Stephanie Teltscher.

High Noon Trail: Entscheidung auf der Langstrecke
Nach einer Nacht mit viel Musik, Getränken und Palaver, auch bekannt als Red Bull Trailfox Party, ging es auf 1800 Metern über Flims an die Entscheidung. In 25er Gruppen starteten die Freerider zum Langstrecken-Trail über Fels, Wiese, Wurzeln und rund 400 Meter North Shore. Regen machte den Showdown noch dramatischer, denn der Schlamm, den die Fahrer auf den Holzstegen verteilten machte diese zu einer Rutschbahn. Schlag Mittag durften die Damen auf den noch einigermassen frischen High Noon Trail. Caroline Sax, beflügelt durch ihren Sieg vom Vorabend, setzte sich an die Spitze des Feldes und liess sich bis ins Ziel die Butter nicht mehr vom Brot nehmen. „Ich konnte recht locker fahren, obwohl es ganz schön rutschig war.“ Gut zehn Sekunden hinter ihr rollte Barbara Katz ins Ziel. Zu ihrem Sieg meinte die Elsässerin aus Raedersheim: «Ich war zum ersten Mal dabei. In Frankreich gibt es so etwas nicht. Ich denke, man muss eine gute Fahrerin sein, um mit den drei Strecken klar zu kommen. Umso mehr bedeutet mir dieser Sieg.»

René Wildhaber, der erfolgreichste Downhill-Marathonfahrer der Welt und gelernter Schreiner liess sich vom rutschigen Holz nicht aus der Ruhe bringen. Dazu hatte er auch keine Zeit, denn seine beiden Mégavalanche-Kollegen Clementz und Tayet jagten ihn bis ins Ziel. Auch die dritte und letzte Etappe sah die gleichen drei Fahrer auf dem Podest, womit das Schlussklassement feststand. Jérome Clementz heisst der neue König der Füchse. «René fuhr eine unglaubliche Linie. Ich war immer gut 100 Meter hinter ihm, kam aber nicht an ihn heran», beschrieb der Elsässer Jérome Clementz die letzte Etappe aus seiner Sicht. «Ich bin eingeladen worden, um René ein wenig zu beunruhigen. Dass ich ihn hier über drei Etappen geschlagen habe, macht mich natürlich super zufrieden.»

www.redbull-trailfox.ch
 

 

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