Streckengötti Steve Peat im Interview

Steve Peat, Lenzerheide

Das Downhill-Urgestein Steve Peat ist «Götti» der Weltcup-Downhill-Strecke in Lenzerheide. Der Brite hat bereits verraten, dass er am iXS-Swiss-Downhill-Cup – der Feuertaufe der Strecke – teilnehmen wird. Über den Hintergrund und dessen der Kooperation mit Lenzerheide spricht Peat im Interview.

Steve Peat teilt als Strecken-Götti, sein riesiger Erfahrungsschatz aus weit über 100 Downhill-Weltcup-Rennen mit den Streckenbauern von Trailworks rund um Eigentümer Rafael Rhyner. Mit regelmässigen Besuchen und Testfahrten auf der «Straigthline» von der Mittelstation Scharmoin runter zu den Rothornbahnen, sammelt der 40-Jährige Erfahrungen über die neue Strecke und liefert wichtige Vorschläge, um die Rennstrecke perfekt zu machen.

Heisst diese Kooperation, du fährst noch bis zu den Weltmeisterschaften im Jahr 2018 Rennen?
Hoffentlich fahre ich bis dann noch Rennen und kann hier teilnehmen. Ich kenne Rafael Rhyner schon lange und als er mich fragte, ob ich ihm bei diesem Projekt helfen war ich sofort interessiert. Der Berg ist perfekt dafür und das noch super schön gelegen.

Was war dein Gedanke, als bekannt wurde, dass die Weltmeisterschaften zurück in die Alpen kommen?
Ich habe mich gefreut. Die Titelkämpfe fanden in den letzten Jahren auf sehr unterschiedlichen Strecken statt und viele Leute beklagten sich über Bikepark-Strecken, die für Downhill zu einfach wären. Hier können wir all die natürlichen Gegebenheiten, die Geländeform, Wurzeln und Steine nutzen, um eine sehr gute und vielseitige Strecke zu bauen.

Was ist für dich das Wichtigste bei dieser Kooperation zwischen dir und Lenzerheide?
Das Wichtigste für mich ist, mein Gesicht gegenüber den andern Downhill-Weltcup-Racern zu wahren (lacht). Nicht dass die sagen: «Peaty hat die Strecke designet und jetzt ist sie nicht gut!» Es ist ein grosse Sache für und Rafael, dass alle Bauten funktionieren und der Fluss der Strecke stimmt. Mir ist wichtig das am Ende alle Fahrer Spass darauf haben und auf dieser Strecke unser Sport gut nach aussen rüber kommt.

Wie fühlt sich das an, dass du als «Streckengötti» angefragt wurdest und nicht Nick Beer?
Peat lacht: Ich habe bisher nie mit Nick darüber gesprochen. Wie schon gesagt, kennen Rafael und ich uns schon seit fast 20 Jahren, so war die Zusammenarbeit für mich naheliegend. Hätte er mich nie gefragt, wäre es wohl auch nicht dazu gekommen.

Jetzt wo du wieder hier bist, bist du zufrieden mit dem Fortschritt des Streckenbaus und wie die Strecke kommt?
Ja, ich bin sehr zufrieden. Als ich zum ersten Mal hier war, sind Rafael, Claudio Caluori und ich den Streckenverlauf abgelaufen. Jetzt einen Monat später steht schon das Meiste, die Sprünge sind gebaut und ich konnte bereits die ersten Testfahrten machen. Da und dort kommen noch ein paar kleine Verbesserungen dazu, dass sich alles noch ein wenig runder fahren lässt. Es hat aber schon Spass gemacht, eine brandneue Strecke testen zu können.

Müsste die Strecke nicht noch rauer sein?
Nein, wir haben in Sachen Rauheit einen guten Mix auf dieser Strecke. Momentan schaut es stellenweise noch zu präpariert aus, aber da kommen schnell Steine und Wurzeln hervor. Zudem stellten wir sicher, dass genügend Waldsektionen drin sind und die Strecke an vielen Stellen natürlich gehalten wird. So bin ich mir sicher, dass diese Strecke genügend hart wird.

Beschreibe kurz die Charakteristik der Strecke.
Charakteristik?? Hm – hoffentlich wird sie spassig (lacht).

Apropos Spass, wird es von hier ebenfalls eine Video-Episode «This is Peaty» geben?
Ja, ich habe vor, einige Filmausschnitte, die ich mit der Helmkamera gemacht habe, plus ein paar andere Sachen in der nächsten Episode zu bringen.

Du wirst den ixs-Swiss-Downhill-Cup der hier in einem Monat stattfindet bestreiten. Wie kommt es?
Der Grund ist, dass ich hier die Strecke im Renneinsatz noch besser testen kann und um sicherzugehen, dass alle reingebauten Elemente richtig platziert sind. Vor allem aber liebe ich es Rennen zu fahren.

Wirst du dein Schützling Josh Bryceland ebenfalls zum Swiss Cup mitnehmen?
Ich weiss nicht ob er auch kommt, darüber haben wir noch gar nicht gesprochen. Ich lade ihn mal ein, mal schauen was er dazu sagt – vielleicht jagd er auch irgendwelchen Mädchen nach (lacht).

Welchen Tipp gibts du den Fahrern der Fun-Kategorien?
Habt einfach Spass am Fahren!!

Möchtest du noch etwas ergänzen?
Ich bedanke mich bei Rafael Rhyner, Claudio Caluori und allen involvierten Personen, dass sie mir diese Möglichkeit geben, mitzuhelfen eine geniale Strecke zu bauen.

Steve Peat beim testen einer der grossen Sprünge.
 

 

 

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