Weltcup Lenzerheide: Koretzky schlägt den Schweizern ein Schnippchen

Im Cross-Country-Rennen der Männer schaut es für Nino Schurter und Mathias Flückiger super aus, bis ihnen der Franzose am Ende die Show stiehlt. Nichtsdestotrotz, Mathias Flückiger baut seine Gesamtführung auf Ondrej Cink aus. Andri Frischknecht wird 20. Vital Albin fährt auf Platz 25.

Vom Start weg ist Nino Schurter vorne mit dabei und deutet an, dass der Sieg nahe seinem Zuhause in Chur nur über ihn gehen wird. Doch da wollen offensichtlich noch andere mitreden, unter anderem der Tempomacher Victor Koretzky (FRA), aber auch Mathias Flückiger oder Ondrej Cink (CZE). Ausgerechnet aber Gesamt-Leader Flückiger wird vorne vermisst – er liegt etwas zurück auf Position 15.

Immer wieder ist es Schurter, der das Sextett anführt. Und noch in der ersten Runde schafft Flückiger den Anschluss an die Spitzengruppe. Das Tempo bleibt horrend, ändert während zwei Runden aber kaum was. In Runde drei bestimmen dann die beiden Schweizer das Tempo der siebenköpfigen Spitzengruppe, der auch Victor Koretzky, Henrique Avancini, Alan Hatherly, Ondrej Cink und Titouan Carod angehören.
Nun startet Schurter die erste ernsthafte Attacke und versucht die Gruppe knapp drei Runden vor Schluss zu sprengen. Tatsächlich verkleinert sich die Anzahl der Führenden auf vier, Avancini, Cink und Carod können nicht mehr folgen. Dann doppelt Flückiger nach, doch der Erfolg ist von kurzer Dauer. Seine Attacken enden immer wieder in der Viererspitze.

Im letzten Umgang meldet sich wieder Victor Koretzky zu Wort. Seine Attacke scheint zu sitzen, denn weder Flückiger noch Schurter können dem Franzosen folgen, so sehr sie es auch versuchen. Dann geht der Weltmeister an Flückiger vorbei und versucht die Lücke wieder zu schliessen, jedoch ohne Erfolg. Koretzky holt sich in Lenzerheide seinen zweiten Weltcup-Sieg. «Ich bin super happy! Meine Beine waren super, leider etwas spät für die WM, aber bei dieser grandiosen Atmosphäre einen Weltcup zu gewinnen, es ist grossartig. Ich weiss, dass Nino und Mathias hier unbedingt gewinnen wollten, umso mehr bin ich überwältigt, dass es mir hier zu meinem zweiten Sieg gereicht hat», freut sich der Franzose und bedankt sich damit auch beim fairen Schweizer Publikum.

Auch wenn der Sieg das Ziel war, enttäuscht ist Schurter deswegen nicht: «Trotz zweitem Platz, es ist immer noch speziell schön, hier vor heimischem Publikum zu fahren. Die Stimmung war einfach grossartig», dank es Schurter den Fans. «Es war ein sehr enges Rennen und ein sehr harter Kampf. Es war schwierig eine Entscheidung herbeizuführen, und so wurde es ein äusserst taktisches Rennen. Am Ende konnte ich nicht mehr, aber das ist Racing.»

Und auch Mathias Flückiger nimmt seine Niederlage gelassen: «Mit Platz drei bin ich Glücklich, auch wenn ich gerne gewonnen hätte. Es war einfach nicht mehr möglich. Ich habe immer wieder versucht zu wegzukommen, aber nach dem schlechten Start und der Aufholjagd haben mir am Ende wohl die Körner gefehlt, um Koretzkys Angriff entgegenzuhalten.»

Wieder besser in Fahrt kommt Andri Frischknecht, der das Rennen auf Platz 20 beendet. Und auch Vital Albin zeigt ein starkes Rennen, in dem er 25. wird. Etwas mehr für sein letztes Weltcup-Rennen erhofft sich Lukas Flückiger, wenn auch Rang 33 ein respektables Resultat ist. «Auch wenn das Resultat nicht ganz das ist, was ich mir erhoffte, mit der grossartigen Stimmung ist Lenzerheide ist definitiv der beste Ort, um meine Karriere abzuschliessen. Zudem hatte ich während all den Jahren viele tolle Momente. Das Highlight ist ganz klar mein zweiter Platz an den Weltmeisterschaften 2012 in Saalbach, als ich mit meinem Bruder Mathias das Podest teilen durfte.

Ebenfalls seinen letzten Auftritt hat Matthias Stirnemann. Der Aargauer greift dafür in die Retroschublade und geht mit im alten Dress des RC Gränichen und mit einem alten 26 Zoll Hot-Chilli-Fully an den Start. Auch wenn Stirnemann mit diesem Material nicht weiter vorne mithalten kann, er gibt ein grossartiges Bild ab und ist noch lange nicht Letzter. Zwei Runden vor Schluss wird Stirnemann mit anderen Kollegen aus dem Rennen genommen, da er den nachfolgenden Spitzenfahrer nicht in die Quere kommt.

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