Schurter deklassiert seine Konkurrenz zum vierten Mal

Nino Schurter lässt seiner Konkurrenz auch beim Weltcup in Lenzerheide keine Chance und holt seinen vierten Sieg in Serie. Dicht hinter dem Olympiasieger folgt sein olympischer Vorgänger Jaroslav Kulhavy, Dritter wird der Russe Anton Sintsov. Die Gebrüder Lukas und Mathias Flückiger beenden das Rennen unter den Top 15.
 
Es sind im Ziel nur drei Sekunden zwischen Platz eins und zwei, doch ein Duell zwischen Nino Schurter und Jaroslav Kulhavy hat es in Lenzerheide nie gegeben. Der geht mit Startnummer 22 ins Rennen und erwischt auch keinen guten Start. So sind seine sieben Runden eine einzige Aufholjagd, die vor allem im vierten Durchgang so richtig losgehen kann, nachdem er endlich freie Fahrt hat. Danach sind es nur noch Rundenbestzeiten, die der Tscheche produziert.

Nino Schurter muss sich in der Schlussrunde einige Male umblicken, um sich zu vergewissern, dass sein 24. Weltcup-Erfolg vor 20’000 Zuschauern (Veranstalter-Durchsage) nicht doch noch gefährdet wird. Der Weltmeister ist von Beginn an auf der Höhe des Geschehens und gerät nie in die Defensive. Auch wenn vor allem der Franzose Maxime Marotte keineswegs mit Platz zwei vorlieb nehmen will.
Er ist mit Schurter in der Spitzengruppe, zu der in den ersten beiden Runden auch noch Mathieu van der Poel (Ned) gehört. Der Cyclo-Cross-Star fällt aber ab Runde vier immer weiter zurück. Mathias Flückiger gehört auch zur Kopfgruppe, doch auch ihm ergeht es an diesem Tag nicht optimal. Er kann das Tempo nicht halten. So ist es überraschend der Russe Anton Sintsov, der in der vierten Runde zur Spitze aufschließt.
Nino Schurter versucht zwar am Asphalt-Anstieg jeweils Tempo zu machen, doch er kommt nicht davon. «Ich war von Anfang an unter Druck. Zu Beginn als Mathieu als Radquer-Fahrer mit dabei war in den Laufpassagen, ich bin da nie richtig in den Rhythmus gekommen. Ich habe da viele Körner liegen lassen. Mitte des Rennens dachte ich, es wird schwer heute. Ich habe immer angegriffen und bin nicht weggekommen. Das hat mich recht frustriert», erklärt Schurter später.
 
Schurter versucht aber seine Konkurrenten immer zu beschäftigen, in der Hoffnung, dass sie Fehler machen. Das klappt auch, denn in der vorletzten Runde reißt eine Lücke auf. Marotte versucht zu folgen, aber Sintsov bleibt etwas zurück. Für den Franzosen war das wohl ein wenig zu viel «in der roten Zone», so dass er kurze Zeit später Mühe bekundet.
Als Jaroslav Kulhavy dann dahinter auftaucht, können weder Sintsov noch Marotte reagieren. Stattdessen fechten sie Platz drei aus, mit Vorteil für den Russen, der sich selbst völlig erstaunt zeigt, dass er in Lenzerheide zum ersten Mal auf einem Weltcup-Podium steht.
Kulhavy frisst zwar die Sekunden, doch ans Hinterrad von Schurter schafft er es nicht mehr. Der Churer lässt sich von einem begeisterten Publikum für seinen vierten Sieg in Folge feiern. «Wäre es eine halbe Runde länger gegangen, dann hätte ich heute nicht gewonnen», bekennt Schurter.
 
Ausser ihm schafft es vor heimischer Kulisse kein weiterer Schweizer in die Top-Ten. Lukas Flückiger lässt sich auf der Zielgeraden feiern und verliert dadurch sogar noch den elften Rang (+2:06) an den zeitgleichen Manuel Fumic, der den Eidgenossen an der Bande gar nicht gesehen hatte. Flückiger scheint eine Zeit lang auf Podiums-Kurs, doch dann marschieren einige Konkurrenten an ihm vorbei.
«Ich dachte eigentlich, ich würde gleich schnell weiter fahren, aber die anderen waren einfach schneller. Es geht in kleinen Schritten vorwärts, aber es hätte heute auch in die Top Fünf reichen können», kommentiert er sein Resultat. Sein Bruder Mathias wird noch bis auf Position 15 (+2:47) zurückgereicht. Ihm hat es seinen Sattel etwas nach vorne gestellt, doch darin sieht er nicht den alleinigen Grund für ein eher enttäuschendes Ergebnis nach Platz zwei in Andorra. «Die Erholung und die Vorbereitung seit Andorra waren vielleicht auch nicht optimal», sinniert Mathias Flückiger. «Es war heute einfach nicht so gut.»
 

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